An die Schnelleren M30 im Land :-) B9, B10, B11, H6, H6s.... (BMW-E24-Forum)

honyama, (vor 1 Stunden, 50 Minuten) @ Tom

Hallo,

also ich kann als Ausgangsbasis die Leistungsmessung eines Serienmotors 218 PS katlos Motronik mit elek. Leerlaufsteller aus 09/1985 mit Fächerkrümmer und geändertem Motorsteuergerät anbieten. Motor hatte damals gut 160.000 km gelaufen und außer mal ner Kopfdichtung wurde nichts dran gemacht.

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Vielleicht noch ein kurzer Exkurs zu Leistungsmessungen und Vergleichbarkeit, bevor hier mit falschen Erwartungen gespielt wird.

Zunächst einmal lässt sich die Schleppleistung "beliebig" manipulieren, durch zu geringen Luftdruck, extremes Abspannen der angetriebenen Achse, lapidar leichtes manuelles Bremsen beim Ausrollvorgang oder auch ein schlichtes Verändern der angenommenen Massenträgheit oder deren Zuschlagsfaktoren, welche bei älteren Prüfständen händisch eingetippt werden müssen.
Soll heißen, dass dieser ermittelte Wert immer mit Vorsicht zu genießen ist.

Ich habe beruflich sehr viel mit Leistungsmessungen zu tun und wir haben einmal Versuche gemacht mit niedrigem und hohen Luftdruck bei einem E-Fahrzeug mit ziemlich konstanter Leistungsabgabe gemacht (inkl. Messung der Entladeströme aus der Batterie!). Je nach eingestellten Luftdruck schwankten die Messergebnisse sehr stark und manch eine Messung ergab mehr Leistung als das Fahrzeug gemäß Werksangabe hatte. Sprich, hier sieht man wie komplex die Zusammenspiele bei einer Leistungsmessung auf der Rolle sind.

Besser ist natürlich ein Prüfstand, welcher direkt an der Schwungscheibe die Leistung abgreift- z.B. über eine Zapfwelle o.ä. und somit die sog. Schleppleistungsverluste aus Kupplung, Getriebe, Kardanwelle, Differential, Antriebswellen, Radlager und Walkarbeit der Reifen entsprechend umgehen.

Nächster Streitpunkt ist häufig die Berechnung der normierten Leistung. Dazu muss man wissen, dass die gemessene ("tatsächliche") Leistung stark von der Außentemperatur und dem Luftdruck (und somit in starken Zusammenhang mit der Höhe des Messorts) abhängig ist. Gerade ältere Saugmotoren reagieren sehr stark darauf.

Auch hierzu haben wir viele Vergleichsmessungen an verschiedenen Orten an ein und dem selben Moped durchgeführt und wir waren doch stark überrascht. Damit man die Leistung entsprechend miteinander vergleichen kann, gibt es eine Formel nach EU-Recht, welche die gemessene (also tatsächlich an dem Messort erreichte) Leistung so vereinheitlicht, dass sie als Norm-Leistung angegeben werden kann und Deutschland- bzw. EU-weit oder gar weltweit eine Vergleichbarkeit zulässt. Spontan fällt mir dazu eine ältere Abschlussarbeit eines Studierenden ein, als es darum ging einen passenden Korrekturfaktor für Motoren aus Deutschland (Europa) und aus Südamerikanischer Produktion miteinander vergleichen zu können. Nur für diesen ollen Korrektur- oder Vergleichsfaktor waren damals monatelange Tests und Auswertungen und verschiedensten Laborbedingungen notwendig.

Sprich bei hohem Luftdruck und somit guter Zylinderfüllung (z.B. Nordsee oder Rheinebene) kann es sogar passieren, dass von der tatsächlich gemessenen Leistung etwas abgezogen werden muss, zur Errechnung der Normleistung. In Höhenlagen hingegen wird die tatsächliche Leistung um einen Korrekturfaktor größer 1 nach oben gerechnet. Das einem durchschnittlichen Autofan zu verklickern ist zum Haare raufen und gerade auf Moped-Events habe ich die Diskussion am Ende aufgegeben, da eh jeder immer viel mehr Leistung hat und unser Prüfstand grundsätzlich falsch und scheiße misst. Korelliere ich dann immer das Messergebnis mit der von mir geschätzten Höchstgeschwindigkeit (die ich überschlägig auf Basis von Erfahrungswerten und den zu Grunde liegenden Fahrwiderständen berechne), dann ernte ich immer Zustimmung und damit entlarven sich die meisten Mopedbesitzer immer selbst. Die Physik lässt keinen Platz für "die hat mindestens 20 PS mehr".

Auch hier gibt es wieder Grenzwerte (ich meine max 5-7 %) ehe das Rechenverfahren keine normierte Leistung mehr zulässt.

Mir fallen hierzu spontan einige Gerichtsverfahren ein, welche der in Südbayern ansässige Tuner ABT (Audi) mal an der Backe hatte, weil an unterschiedlichen Orten die Leistung ermittelt wurde und dann argumentiert wurde, dass ein Mangel vorliegt, weil das Auto ja nicht die 650 PS bla bla gemäß Eintragung hat. In der Realität handhabt man es auf den Prüfständen meist auch so, dass man 3 Messungen hintereinander macht und dann je nach Ausgangslage (z.B. Staatsanwaltschaft oder Polizei lässt Auto beschlagnahmen auf Grund des Verdachts von illegaler Leistungssteigerung mit Veränderung der CO2-Besteuerung) den niedrigsten, höchsten oder Mittelwert als Arbeitsgrundlage nimmt.

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