Korrosionschutz, meine Langzeiterfahrung Teil 1v2 (BMW-E24-Forum)
Hallo 6er-Freunde,
ich wollte 2017 - als ich meine Diva von Barcelona nach Deutschland brachte - eigentlich ja nur zum TÜV, der seit 9 Jahren überfällig war und sie asap. wieder zurückbringen.
Soweit der Plan.
Dann fing ein Freund bei AHC in Kerpen bei Köln in leitender Position an und als wir uns trafen um einen Projekt-Vertrag für mich zu besprechen (ich arbeite dann 2018 dort) und wir so quatschten was die so alles machen (alle Arten von metallischen Oberflächenbehandlungen), fragte ich ihn, ob sie mir eine paar Metallteile aus dem Motorraum neu galvanisch verzinken könnten.
Nach 2 Wochen lange die Teile dann vor mir, wow.....besser als neu, da nicht verzinkt (gebondert) sondern chemisch vernickelt. Eine ganz andere Welt.
Ich fragte, ob sie mir noch mehr Teile so beschichten könnte und so baute ich alles, aber ratzeputz alle abschraubbaren Teile im Motorraum aus und so begann das Drama, das nun in einer neunen Nockenwelle sein vorläufiges Ende findet so hoffe ich, da mir die Kolben nicht so gefallen. Aber dazu poste ich hier separat etwas.
Da der Motorraum nun mal frei vor mir lag, wie eine Jungfrau, wollte ich eigentlich nur "obenrum was machen".
2003, als mir klar wurde, dass ich bei der Diva einen Griff wie ein blindes Huhn nach dem Korn getan hatte (laut Holger Lübben ist sie eine der beiden luxuriösesten 6ern der gesamten Bauzeit) war auch klar, dass ich sie nach 2 Jahren nicht- wie geplant- wieder verkaufen würde und ich nahm die Karosse auseinander und arbeitete jeder Roststelle/stellchen nach (gestrahlt, Phosphorsäuren 3-5 Tage einwirken lassen, passiviert, mit einer Mischung aus Spiritus und Wasser mit einer Druckpistole und dann nur mit Spiritus abgesprüht und gewaschen, dann Zinkchromat drauf, gefüllert und bei- oder neulackiert.
Danach habe ich die Frontpartie hinter dem Kühlergrill und die beiden Böden (Batterie und Scheibenwaschanlage) mit Mike-Sanders-Fett eingesprüht, mit dem ich Jahre zuvor schon meinem M535 behandelt hatte.
Das Fett hat einen sehr gute Korrosionsschutzwirkung und kann ich nur empfehlen (Time-max Produkte sollen noch besser sein, kenne ich aber aus eigener Erfahrung nicht).
Das Fahrzeug war aber schon vor meiner Zeit mit Dinol/ Dinitrol Metallic behandelt worden. Zwar etwas lieblos und an manchen Stellen wo es nicht notwendig war und anderen wo es notwendig gewesen wäre. Aber es war schon mal was drauf und daher die Karosse insgesamt in einen "guten Zustand", heisst ohne Durchrostungen.
Das Mike-Sanders Fett hat aber einen Nachteil, den wohl auch die Time-Max-Produkte haben: aller Dreck und Staub bleibt daran haften und beim Schrauben sind gleich die Finger schwarz und fettig. Wie Mike Sanders sagt: Besser ein Fettfleck, als ein Rostfleck.
Aber in Barcelona ist Klima doch etwas karosseriefreundlicher und ich wollte den Schmattes weghaben. Leichter gesagt als getan. Ich hatte auch teilweise die harte Mischung verwendet und da ist Parafin drin und das war zäh wie Leder. Mit Verdünnung, Silikonentferner und Bremsenreiniger war dem kaum beizukommen und so wusch ich Tage um Tage und das Ergebnis war immer noch nicht gut.
Mist dachte ich, da muss es doch was geben? Strahlen wollte ich nicht und nachher wieder den Staub überall, der dann beim Lackieren wieder aus einer übersehenen Ecke herausfliegt und die ganze Lackierung versaut, wie schon 2003 erlebt.
Und dann machte es bling: CO2-Strahlen.
Baukompressor, Strahlgerät und CO2 in Bonn gemietet und „unter herum“ gestern den ganzen Tag gestrahlt. Gestern Abend hätte ich der Jungfrau einen Negerkuss geben können, so schwarz war mein Gesicht. 
Dabei kamen interessante Ding an die Oberfläche.
Mike Sanders Fett (normele Mischung) ist ein guter Korrosionsschutz, bleibt immer weich, auch nach 18 Jahren noch, aber man ist immer dreckig. Er lässt sich leicht mit CO2-Strahlen entfernen.
Mike Sanders Fett (harteMischung) ist ein guter Korrosionsschutz, der teilweise eintrocknet und dann fest auf der Oberfläche haftet und sie auch weiterhin schützt.
Er lässt sich nur sehr, sehr mühsam mit CO2-Strahlen entfernen.
Das Dinol ist, nach min. 20 Jahren immer noch sehr elastisch, ist weder ausgetrocknet und an seiner Oberfläche bleibt nichts haften. Das Zeug haftete immer noch sehr gut an und ließ sich nur cm² für cm² entfernen. Unter dem Dinol war alles topp.
Dann habe ich an alten Reparatustellen Lackhaftungstest mit dem CO2-Strahler gemacht., indem ich vom normalen Strahlabstand von 10 - 15 cm auf 2-4 cm veringert habe.
Ich wollte wissen, wie gut das Zinkchromat auf dem Blech und die Lackierung auf dem Zinkchromat haftet.
An manchen Stellen löste sich weder der Lack, an manchen Stellen löste sich nach sehr langer Bestrahlung der Lack langsam ab, aber das Zinkchromat blieb haften.