Auspuff Endschalldämpfer (BMW-E24-Forum)

honyama, (vor 2155 Tagen) @ uli

Hallo werte Forengemeinde,

ich gebe euch größtenteils Recht, doch in mancherlei Hinsicht nicht.

Klar ist, dass seitens BMW immer weniger lieferbar ist, die Qualität gelinde gesagt durchwachsen ist und auch der Umgang mit dem End-Kunden verbesserungswürdig ist. Alles mehrfach hautnah erlebt.

Dennoch muss ich als Ingenieur und Betriebswirtschaftler zugleich dem entgegen halten, dass wir uns als BMW-Fahrer noch recht glücklich schätzen können, weil...

...BMW war in den 70er/80er Jahren definitiv noch ein "Premium"-Nischenanbieter. Dem typischen BMW-Fahrer (aus meiner retrospektiven Betrachtungsweise) war der Benz zu behäbig, der Porsche zu wenig alltagstauglich und Audi ja keine weiteren Details. :-P :-D ;-)

Dieses Nischendasein bzw. die überschaubaren Stückzahlen führten dazu, dass BMW in dieser Zeit einen ähnlich cleveren Baukasten hervorbrachte, wie ich ihn sonst nur von meinen Simson-Mopeds kenne (DDR-Planwirtschaft lässt grüßen!)
Beispiel gefällig: M30-Motoren in E3 E9 E12 E28 E23 E24 bis hin zu E34 und 7bener Konsorten der Anfang90er. M30- über 20 Jahre im Einsatz, ständig optimiert, beim M10 selbes Spiel, M20 ähnlich... Getriebe dasselbe, Kardanwellen, Felgen uvm. allein Differentiale!

Auch eher untypische Elektronikkomponenten wie Bordcomputer 2, Grundaufbau des Cockpits, Check-Control, Sensoren a la Wasserstand, EFH-Schalter, beheizte Waschdüsen, Antriebsmotoren, teilweise ähnlich, aber dann doch wieder adaptierbar, wenn gar nichts mehr geht.

Ganz zu Schweigen mechanisch... Radlager, Fahrwerksteile, die Liste der Gleichteile zwischen Modellausführung (3-) 5-6-7 ist über Jahrzehnte erstaunlich breit!

Zusammengefasst:
Alle mehr oder weniger "systemrelevanten" Bauteile gibt´s, wenn auch nicht unbedingt in sakrosant beschworener "OEM-Qualität" doch noch im freien Handel (Radlager, Bremsbeläge, Wasserpumpen). Probiert das mal bei nem popligen Audi A4 Anno 1996.

Was ich damit sagen will- Klar die Qualität und Verfügbarkeit könnte besser sein, aber es ist Jammern auf hohem Niveau. Was soll ein Opel-Fahrer sagen, der sich bereits für ne Wasserpumpe prostituieren würde, wenn es sie denn gäbe?

Der letzte 6er ist inzwischen 30 Jahre alt, von den ursprünglich über 86.000 Einheiten sind auch nicht mehr ganz so viele übrig (Rost und verrückten E30-Motorendieben geschuldet :-D ), aber man kann ihn noch problemlos fahren, wenn man gewisse Abstriche macht. Man fühlt sich in dem Auto auch immer noch sicher und mehr oder weniger up-to-date. Der Nimbus "Freude am Fahren" durch besondere Fahrerneigung, einmalige Motoren, tolles Feedback und für damalige Zeiten fortschrittliche Technik ermöglichen das.

Dazu kommt, dass wenn man ein gepflegtes Exemplar hat, man kaum Verschleißteile braucht. Mein 6er hat in den letzten 5 Jahren über 60.000 km abgespult und ich hab außer nem Satz Bremsbelägen und adäquaten Mengen Superplus nichts gebraucht. Richtig gehört- 60.000 km in weniger als 5 Jahren und dabei hab ich einige Autoanhänger hinter her gezogen. :-D :-D

Ich für meinen Teil freue mich jedenfalls, dass ich ohne große Angst in meinen CS/1 steigen kann und auch ne Tour nach Schweden starten kann, weil ich genau weiß, dass sich im Notfall immer irgendwie was improvisieren lässt und die systemrelevanten Teile liefer- bzw. adaptierbar sind.

Grüße hony

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