Re: wofür ist eine domstrebe gut? (BMW-E24-Forum)
Als Antwort auf: wofür ist eine domstrebe gut? von don grillo am 27. Januar 2003 21:48:17:
Jaja, diese Zivis... erst nicht die guten westlichen Errungenschaften und Werte verteidigen wollen mit der gar wundervollen Aussicht, posthum noch 'nen Orden ins Grab hinterhergeworfen zu bekommen
Und denne ooch noch keene Ahnung nich ham!
Also, eine (vordere) Domstrebe soll im Bereich der Radaufhängung/-führung die einerseits fertigungsbedingte (die sogenannte Hochzeit, also die Vereinigung von Karosserie und Antriebsstrang, der komplett vormontiert von unten an die Karosserie montiert wird, erfordert relativ viel Freiraum im Motorbereich und verhindert damit eine von Hause aus steifere achsweise Verbindung der Radführungs-Widerlager. Nebenbei: eine andere Eigenart/Folge dieser Fertigungstechnik ist die nicht-steife Verbindung des linken und rechten Längsträgerbereichs durch das sog. Frontend, also die Blechpartie, die Kühler, Stoßstange u.ä. trägt; durch diese nicht-steife Verbindung wird bei einem Offset-Crash die auftretenden Längskräfte in nur einen Längsträger eingeleitet und dadurch die Karosseriestruktur doch sehr hoch belastet... meist überlastet, wie ich noch aus meiner Zivizeit weiß. Leider!) und die material- bzw. konstruktionsbedingte Verwindungs"freundlichkeit" der Karosserie verringern. Insbesondere, wenn einer durch kürzere/härtere Federn und Super-Niederquerschnittsreifen (diesbezüglich ganz besonders schlimm: Ersatz der Gummilager der Radführung durch (z.B. Teflon-) Buchsen!) deutlich höhere Kräfte in die Karosserie einleitet, reagiert diese naturgemäß durch größere Verwindung/Schwingungen. Schließlich ist, üblicherweise, die Gesamtfederrate von Reifen, Feder/Dämpfer, Gummilager und Karosserie aufeinander abgestimmt, zumindest im Serienzustand!
Leider nur ist der Rest der Karosserie meist nicht darauf ausgelegt, nicht nur von der Federung mit höheren Kräften gequält, sondern auch noch mit durch Domstreben versteiften Vorderbau gezwirbelt zu werden.
Deswegen ist ein Verbau von Domstreben nur dann zu empfehlen, wenn der Rest der Karosserie mit geeigneten Versteifungsmaßnahmen (z.B. ähnlich wie bei Cabrios, also durch Knotenbleche die Kräfte von den Domen in die Schweller und die Säulen einzuleiten) mit den so entstehenden hohen Kräften auch fertig zu werden. Ansonsten ist die Mühle binnen kurzem so weichgeprügelt wie ein tiefergelegtes Golf Klapprio
Und die sind diesbezüglich mindestens so legendär wie die sprichwörtlichen Waschlappen!