Re: hmm.... was issn das nun wieder? k.T. (BMW-E24-Forum)

Michael Opel, (vor 8477 Tagen) @ Rot-Runner


Als Antwort auf: hmm.... was issn das nun wieder? k.T. von rot-runner am 02. Januar 2003 18:40:14:


Watt is eene ...?
Na, da stelln wer uns ma janz dumm: dit is ne große schwarze Raum mit zwei Löcher drin. Dit eene is alpha und dit andere krieje mer später...
alpha (der erste Buchstabe des griechischen Alphabets, sowohl alt- als auch neugriechisch) bezeichnet i.A. einen Winkel, hier den Drosselklappenwinkel. n bezeichnet die Drehzahl. alpha-n-Steuerungen werden für die Lasterfassung bzw. Gemischsteuerung verwendet, sie können als Ersatz für eine mechanische oder elektronische Luftmengen- bzw. -massenmessung dienen. Im Allgemeinen verspricht man sich davon eine höhere Leistungsausbeute durch den Wegfall der Stauklappe bei der Luftmengenmessung bzw. des Hitzdrahts oder Heißfilms, je nach Bauart, der Luftmassenmessung. Leider nur ist der Vorteil relativ gering, da der Strömungswiderstand, selbst bei einem Luftmengenmesser, nicht sehr groß ist. Außerdem besteht nach wie vor der (größere) Strömungswiderstand der Drosselklappe(n) und des Luftfilters. Ein anderer "Vorteil", der hier ausgenutzt wird, ist die exaktere Anpassung der Motorsteuergeräteparametrierung an den jeweils einzelnen Motor, als es eine Serienapplikation zum zumindest damaligen Zeitpunkt hergegeben hat. Heute sind die Applikationen, zumindest bei Ottomotoren, weitgehend ausgereizt, da läßt sich nur noch über Drehzahl bzw. noch fetteres Gemisch an der Vollast eine Mehrleistung erzielen.
Zusammenfassend läßt sich sagen, daß eine alpha-n-Steuerung nicht zwingend notwendig für eine Leistungssteigerung ist. Anders sieht es dann aus, wenn durch eine erhebliche Hubraum-, Drosselklappendurchmesser- und/oder Nenndrehzahlerhöhung der serienmäßige Hauptlastsensor (so der Fachbegriff für die Luftmengen/massenmesser) an die Obergrenze der von ihm erfaßbaren Luft kommt. Dann ist es einfacher, ihn durch alpha-n zu ersetzen, als einen neuen an die Motorelektronik anzupassen.
Zum Wirkprinzip: Aus den Größen Motordrehzahl (=theoretischer Luftbedarf des Motors), Drosselklappenwinkel (=Drosselung durch freigegebenen Einlaßquerschnitt), Lufttemperatur und Luftdruck (=Luftdichtekorrektur der angesaugten Luft) (ganz besonders genaue Steuerungen erfassen zusätzlich die Kühlmittel-, oder, noch genauer: die Zylinderkopftemperatur (=beeinflußt durch eine Erwärmung der Ansaugluft die Dichte und damit die effektive Zylinderfüllung), und den Luftdruck im Saugrohr nach Drosselklappe) läßt sich die reale Zylinder-Luftfüllung in recht guter Näherung berechnen und daraus folgend die Einspritzmenge. Richtig gut wirds dann natürlich noch, wenn zusätzlich Kraftstoffdruck und -temperatur gemessen werden, dann läßt sich nämlich statt der Einspritzmenge eine genauere Einspritzmasse berechnen... und zusätzlich eine Lambdaregelung mit Adaption Bauteildriften, sowohl luft- als auch kraftstoffseitig, erkennen und ausregeln kann.
Aber das ist doch etwas zu viel verlangt von den am Markt erhältlichen Systemen, zumal zu den Preisen... ;-) Lohnen würde sich der Aufwand eh nur für wirklich gut optimierte Motoren, dann natürlich mit Schiebern statt Drosselklappen (kein Strömungswiderstand bei voller Öffnung), etc...


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