Re: Leistungsverlust Gat-Kat (BMW-E24-Forum)

Christoph Spanner, (vor 8638 Tagen) @ Jens


Als Antwort auf: Leistungsverlust Gat-Kat von Jens am 26. Juli 2002 14:14:25:

Hallo Jens,

waren zwar bei mir zwei M635, also die 24-Ventiler mit nominell 286 PS und
ein 3.0 CSi (E9) mit D-Jetronic, aber die Ergebnisse / Erfahrungen dürften übertragbar sein.

Allgemein:
Da sich an der Verdichtung durch den Kat nichts ändert, kann
ein Leistungsverlust nur zustande kommen, wenn an der Zündung,
an der Abgasabführung oder der Luft- / Benzinmenge "rumgedreht" wird.
Die großen Sechszylinder laufen ja ab Werk schon rel. sparsam.
Daher sollte Benzinmenge und Zündung keine große Rolle spielen,
wenn man davon ausgeht dass Sparsamkeit mit einem Lambda nahe 1 bzw.
einem leichten Magerlauf einhergeht.
Bleibt noch der evtl. erhöhte Strömungs-Widerstand durch den Kat selbst.

Aber Vorsicht, wenn der Motor schon etwas verschlissen ist !!!
Durch die Lambda-Regelung wird Öl (Stichwort: Schaftdichtungen)
von der Sonde einfach als zu fettes Gemisch interpretiert.
Die Folge: Das Teil regelt immer mehr auf mager, Motor wird immer heißer,
Verschleiß wird immer größer, etc. etc. ...
Und irgendwann ist der Motor dann im A.....

Zu den konkreten Beispielen:

Nummer 1:
M635 Csi hatte schon 130tkm runter.
Verbaut wurde ein Metallmonolith statt einem Keramik-Kat
und ein Edelstahl-Endtopf, ähnlich dem Ding von Eisenmann.
Erreicht wurde bzgl. Abgaswerten Euro 1 = Schlüsselnummer 77.
GAT bietet solche Metall-Kats übrigens auf Wunsch auch an.
Oder das Keramik-Zeug rausschmeissen und einen Metall-Monolith
reinbauen.
Ergebnis:
Nachweislich leichtes Leistungsplus von ein paar KW durch
mehrmalige Messung vor und nach dem Umbau.
Nicht berauschend, aber immerhin.

Nummer2:
Auch M635 CSi, ATM mit ca. 20tkm.
Ebenso wieder mit Metall-Kat und Edelstahl-Dämpfer.
In diesem Fall aber eingestellt auf deutlich strengere
Abgaswerte nach Euro 2 = Schlüsselnummer 25 !!!
Die Werte erfüllt der Motor übrigens ohne größere Probleme.

Ergebnis:
Etwas rauerer Lauf im Standgas, da
empfindlicher auf "Ungereimtheiten" beim Luftmengenmesser und
da tendenziell in Richtung mager eingestellt.
Da durch die guten Erfahrungen beim ersten Umbau
keine Leistungsmessung auf dem Prüfstand erfolgte, kann
ich in diesem Fall nur subjektive Eindrücke wiedergeben.
Meines Erachtens läuft er dzt. oben heraus nicht mehr
ganz so extrem giftig.
Er erreicht zwar auch 6500 U/min und lt. Tacho 275,
teilweise dreht er sogar bis in den Begrenzer rein.
Aber es geht halt nicht ganz so "gaach" zur Sache,
wenn man bei 4000 U/min den rechten Fuß gen Bodenblech
bewegt.

Nummer 3:
3.0 CSi, D-Jetronic, Bj 72, leichtes Auspuffbläuen beim
Gaswegnehmen, Laufleistung ca. 140tkm.

Einbau eines Edelstahl-Kats mit Steuerung über die Luftmenge,
anstatt die Benzinmenge zu regeln. (Prinzip von Paul Wurm).

Ergebnis:

Nach 15 tkm Motorschaden aus den obengenannten Gründen.
Das einzig Gute daran:
Jetzt kommt ein feinbearbeitetes 3,2l Triebwerk
hinein, das zeitgenössisch nach CSL Spezifikationen aufgebaut wird.
Und der Kat fliegt wieder raus, da der "alte Herr" ab Dezember
eine H-Zulassung bekommt.

Soweit zu meinen Erfahrungen mit den "Rohrreinigern".


Ob Kat oder nicht ist halt so eine Sache.
(Anmeldezeitraum, Alter des Fahrzeugs, Zustand des Motors, ...)


Grüsse

Christoph

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