Re: Ölwanne abbauen bei eingebautem Motor, geht das? (BMW-E24-Forum)

Dr. R., (vor 8657 Tagen) @ Chris


Als Antwort auf: Ölwanne abbauen bei eingebautem Motor, geht das? von Chris am 30. Juni 2002 15:55:24:

Hallo, also, diese Halbschale, die dei Ölwanne im hinteren Bereich umschließt (ich kenne jetzt nur den M6, da habe ich die Getriebeaktion und Ölwannendichtung gemacht), ist eigentlich nur für die steifere Getriebeabstützung gedacht, muss zum Simmerringwechsel und Getriebeabbau nicht unbedingt raus. Wenn allerdings aus dieser Dichtung von geschäumtem Kunststoff Öl raustropft, dann ist diese Schale zur Ölwanne geworden durch Undichtigkeiten entweder des Simmerringes oder der Ölwannendichtung. Mein Tipp ist die Ölwannendichtung gleich mit ersetzen, die kostet nicht so viel, außer viel Arbeit. Beim M6 ist es so, dass die Werkstatt normal den Vorderachsträger durch eine Brück ersetzt, die es ermöglicht, die Ölwanne ohne anheben des Motors auszubauen. Problem ist nämlich beim ausfädeln, dass der Ansaugflansch der Ölpumpe sehr tief in den Sumpf hineinragt. Abhilfsweise kann man den Motor von seinen Lagern lösen und (mit dem Kran) sehr hoch heben, den Ansaugflansch der Ölpumpe mit den Stirnseitigen Schauben von dem Pumpengehäuse lösen und dann auf der Welle verdrehen. Dann kann man (mit viel Mühe und Fummelei, also kurz vor dem Tränen in die Augen kriegen) die Ölwanne herausmanöverieren. Rein geht es (mit der neuen Dichtung versehen genau so "einfach". Häufig ist es allerding nötig die Ölwannendichtung zu ersetzen, weil sie auf dem Gehäuseflansch für den Simmerring der Kuebelwelle festgebacken ist und dann, oft auch bei vorsichtigen Löseversuchen einreißt. Man würde dann denken, dass der Simmerring undicht ist, obwohl es aus dem hinteren Ende der Ölwannendichtung rausläuft. Dieses Öl sammelt sich dann in der besagten Halbschale für die Getriebeverschraubung (bis sie voll ist), die übrigens seinerseits nur noch mit 4 Schrauben parallel zur Ölwanne verschraubt ist. Zum Simmerringwechsel muss übrigens neben dem Getriebe (Auspuff, Kardanwelle sowieso) "nur" noch die Schwungscheibe ab (nicht zu geizig für neue Schrauben sein, die mit dem mirkoverkapseltem Klebstoff, der wie Kunststoff aussieht), und dann kann man an den Flansch für den Dichtring. Die Schrauben sind übrigens mit 120Nm anzuziehen, los gehen sie mit vielleicht 350Nm, also für 1m Verlängerung muss unter dem Auto schon Platz sein (Zum Gegenhalten des Schwungrades sollte man auch sich ein Werkzeug ausgeliehen oder gebastelt haben).
Als letzter Tipp für die Motivation ohne Hebebühne oder eine geräumige, tiefe Grube geht es nicht. Zum Getrieberausheben, das sollte auch noch ein zweiter Mann dabeisein, ist schon sehr schwer. Wenn alles da ist, mit üblichen Fummeleien (Anlasser usw.) sollte man sich schon mal von zwei Tagen Freizeit verabschieden und noch mit den ein oder anderen Kleinteilebedarfen rechnen (Auspuffschrauben, vielleicht ein neuer Kupplungsnehmerzylinder, Kupplung nachschauen, macht wegen der Arbeit sogar Sinn, wenn sie nur halb verschlissen ist, Getriebesimmerring vielleicht auch nachgucken, wenn man halt schon mal dabei ist). Gruß aus Heidelberg von Christian und trotzdem noch ein bisschen Spass dabei wünsche ich.

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