Als Antwort auf: Mal ne dumme Frage...... von Aurel am 18. März 2003 10:39:47:
Na, ein Schwingungstilger soll Schwingungen tilgen, ist doch ganz einfach.
Und zwar die Schwingungen, die der Motor aufgrund seiner (Achtung Fachausdruck) diskontinuierlichen Verbrennung erzeugt. Anders gesagt, beschleunigt eine Verbrennung in einem Zylinder die Kurbelwelle... ein bißchen. Die nexte Kompression verzögert die Welle wieder... ein bißchen. Das Ganze erzeugt dann eine Verdrehschwingung der Kurbelwelle, je länger selbige ist, desto anfälliger ist sie übrigens gegen Schwingungsbrüche, deshalb hatte der S14 ja auch, entgegen der damaligen BMW-Philosophie/-Ideologie, nach der alle Motoren über 2 Liter Hubraum 6 Zylinder zu haben hatten, 'nur' 4 Zylinder; dieser Verdrehschwingung soll übrigens auch der Schwingungstilger auf dem vorderen Kurbelwellenstumpf entgegenwirken.
Und diese Verdrehschwingung kriegt natürlich auch die Kardanwelle mit, deshalb wird da einfach eine (passende) Schwungmasse draufgesetzt, und schon ist wieder Ruh'. Änhlich wirkt da auch das 2-Massen-Schwungrad, bei dem die Schwungmasse in 2 Massen aufgeteilt wird, die sich gegenseitig über auf die bezüglich Komfort oder auch Bauteilschutz abgestimmte Federn abstützen.
Fahrzeuge mit Getriebeautomaten haben u.a. deswegen weniger Probleme mit Schwingungen im Antriebsstrang, weil einfach der ölhydraulische Wandler (ein sog. Föttinger-Wandler, aufgebaut aus Pumpen-, Turbinen-, und dem letztendlich drehmomentwandelnden Leitrad, das sich während z.B. des Anfahrvorgangs gegen das Turbinenrad abstützt, somit die Strömung innerhalb des Wandlers umlenkt und damit eine zusätzliche hydraulische Verstärkung bewirkt; eine Föttinger-Kupplung besteht nur aus Pumpen- und Turbinenrad) selbst ein schwingungsdämpfendes System darstellt. Wenn jedoch eine Wandlerüberbrückungskupplung schon in unteren Gangstufen eine starre Verbindung herstellt, dann haben auch solche Antriebskonzepte wieder zusätzliche schwingungsdämpfende Bauteile verbaut.